30. Dezember 2012

Si-Fu Marc Fritsche

Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung, etwas zu erlernen, und gleichzeitig nach einem körperlichen Ausgleich zu meiner kopflastigen Arbeit tagsüber, entdeckte ich durch einen Freund und jetzigen Si-Hing das Lok Yiu Wing Chun. Die scheinbare Simplizität und Leichtigkeit der Bewegungen, die Schnörkellosigkeit und die Effektivität der Selbstverteidigung fesselten mich damals wie heute.

Ich begann zwei mal die Woche regelmässig im Gruppenunterricht zu trainieren. Man erfreut sich am Fortschritt, den man in seinen Bewegungen erkennt. Jede neue Übung, die man erlernt, ist eine kleine Herausforderung. Doch was ich neben der Selbstverteidigung schätzen gelernt habe, ist die Zeit, in der man sich ausschliesslich auf eine einzelne Sache konzentriert.

Im Sommer 2010 durfte ich dann gemeinsam mit meinem Si-Hing, der mich fünf Jahre zuvor zum Wing Chun brachte, die Ausbildung zum Instruktor beginnen. Eine Chance mit der auch eine grosse Verantwortung einher geht. Als Assistent ist man nicht mehr nur für sein eigenes Kung Fu verantwortlich, sondern nimmt auch Einfluss auf jenes der Schüler. Schliesslich kann man nur das weitergeben, was man auch selbst verstanden hat. Dafür möchte ich meinem Si-Fu Dario danken. Mit seinem Engagement und Herzblut, mit dem er unterrichtet, wird er mir stets ein Vorbild sein. Dank gilt auch Si-Gung, dessen Beharrlichkeit mich immer wieder gelehrt hat, über die eigene Trägheit hinaus zu trainieren.

Was habe ich in den letzten sieben Jahren Wing Chun gelernt? Eine kleine Idee an Bewegungen, einige chinesische Begriffe, doch vor allem ein Ausblick auf den grossen Weg und die Möglichkeiten, die noch vor mir liegen.